
Kupplung schonen: So hält sie länger
Eine Kupplung kann 100.000 km halten – oder 300.000. Den Unterschied macht die Fahrweise. Sieben Tipps, die Kupplung und Zweimassenschwungrad schonen.
Die Kupplung ist ein Verschleißteil – aber wie schnell sie verschleißt, liegt zu einem großen Teil am Fahrer. In unserer Werkstatt sehen wir Kupplungen, die nach 80.000 km am Ende sind, und andere, die nach 250.000 km noch gut greifen. Mit diesen Tipps gehören Sie zur zweiten Gruppe.
Die Kupplung verschleißt vor allem, wenn sie schleift: beim Anfahren, Rangieren und am Berg. Fahren Sie zügig ein, nehmen Sie den Fuß ganz vom Pedal, halten Sie am Hang mit der Bremse statt mit der Kupplung, und schalten Sie an der Ampel in den Leerlauf.
7 Tipps für eine lange Kupplungs-Lebensdauer
- Zügig, aber gefühlvoll anfahren
Nicht mit hoher Drehzahl lange schleifen lassen – kurz und sauber einkuppeln. - Fuß weg vom Pedal
Den Fuß nicht auf dem Kupplungspedal abstellen. Schon leichter Druck lässt die Kupplung teilweise schleifen. - Am Berg die Bremse nutzen
Nie das Auto am Hang mit der schleifenden Kupplung halten – Handbremse oder Berganfahrhilfe nutzen. - Ampel: Leerlauf
Beim Warten Gang raus und Kupplung loslassen. Getretene Kupplung belastet das Ausrücklager. - Nicht untertourig fahren
Sehr niedrige Drehzahlen unter Last belasten Kupplung und Zweimassenschwungrad. - Mit Gefühl schalten
Kupplung beim Schalten vollständig treten, keine Gewaltschaltungen. - Anhänger: niedrige Gänge
Mit Anhänger im ersten Gang anfahren, auch wenn es der zweite „auch tut".
Woran Sie eine verschlissene Kupplung erkennen
- Drehzahl steigt beim Beschleunigen, das Auto wird aber kaum schneller (Rutschen)
- Der Greifpunkt liegt sehr weit oben
- Rupfen oder Ruckeln beim Anfahren
- Verbrannter Geruch nach Berganfahrten
- Geräusche beim Treten oder Loslassen des Pedals
- Gänge lassen sich schwer einlegen
Eine rutschende Kupplung wird nicht besser – im Gegenteil: Durch die Hitze verschleißen Druckplatte und Schwungrad mit. Früh tauschen spart Folgekosten.
Kupplung und Zweimassenschwungrad
Bei vielen modernen Fahrzeugen arbeitet die Kupplung mit einem Zweimassenschwungrad zusammen. Beim Kupplungstausch wird es geprüft und bei Verschleiß mitgetauscht, weil der Arbeitsaufwand großteils derselbe ist. Mehr dazu: Zweimassenschwungrad defekt. Kupplungstausch und Getriebereparaturen machen wir in unserer Werkstatt – siehe Kupplung & Getriebe.
So funktioniert eine Kupplung
Die Kupplung verbindet Motor und Getriebe. Eine Kupplungsscheibe mit Reibbelag wird von der Druckplatte gegen das Schwungrad gepresst. Treten Sie das Pedal, hebt das Ausrücklager die Druckplatte ab, die Verbindung ist getrennt. Beim Einkuppeln schleift die Scheibe kurz, bis Motor und Getriebe gleich schnell drehen – genau in diesem Moment entsteht der Verschleiß.
Was ein Kupplungstausch umfasst
- Getriebe ausbauen
Je nach Fahrzeug aufwendig – Antriebswellen, Schaltung, Anbauteile. - Kupplung prüfen
Scheibe, Druckplatte, Ausrücklager, Schwungrad. - Neuer Satz
Scheibe, Druckplatte, Ausrücklager – ggf. Zweimassenschwungrad. - Wellendichtringe
Undichte Simmerringe gleich mittauschen. - Einbau & Probefahrt
Getriebe montieren, Kupplung entlüften, Funktion prüfen.
Hydraulische Kupplung: Geber- und Nehmerzylinder
Bei den meisten Autos wird die Kupplung hydraulisch betätigt – oft mit Bremsflüssigkeit aus demselben Behälter wie die Bremse. Ein undichter Geber- oder Nehmerzylinder macht sich durch ein weiches, hängendes oder durchfallendes Kupplungspedal bemerkbar. Das ist kein Verschleiß der Kupplung selbst, sondern ein Hydraulikproblem – und meist günstiger zu beheben.
Ein Kupplungspedal, das nach dem Treten nicht ganz zurückkommt oder sich schwammig anfühlt, sollte bald geprüft werden – sonst lassen sich irgendwann keine Gänge mehr einlegen.
Ihre Kupplung rutscht? Termine und Fragen gerne telefonisch unter +43 660 817 43 43 – ÖZA KFZ-Fachbetrieb, Bayerhamerstraße 22b, 5020 Salzburg.
Häufige Fragen
Wie lange hält eine Kupplung?
Je nach Fahrweise und Fahrzeug etwa 100.000 bis über 250.000 km. Viel Stadtverkehr, Anhänger und Bergfahrten verkürzen die Lebensdauer.
Soll man an der Ampel auskuppeln?
Besser den Leerlauf einlegen und die Kupplung loslassen. Das schont das Ausrücklager.
Woran erkenne ich, dass die Kupplung rutscht?
Die Drehzahl steigt beim Gasgeben, ohne dass das Auto entsprechend schneller wird – besonders in hohen Gängen und am Berg.