Wartung

Ölstand prüfen: in 2 Minuten richtig gemacht

Ölmessstab oder elektronische Anzeige: So prüfen Sie den Ölstand richtig, so viel dürfen Sie nachfüllen – und wann zu viel Öl genauso schädlich ist wie zu wenig.

Viele moderne Autos melden sich, wenn das Öl knapp wird – manche aber erst sehr spät, und ältere Fahrzeuge gar nicht. Ein regelmäßiger Blick auf den Ölstand ist deshalb eine der einfachsten Maßnahmen, um teure Motorschäden zu vermeiden.

Kurz gesagt

Auto auf ebenem Untergrund abstellen, Motor betriebswarm machen, abstellen und fünf bis zehn Minuten warten. Messstab herausziehen, abwischen, ganz einstecken, wieder herausziehen und ablesen: Der Ölstand muss zwischen MIN und MAX liegen. Zwischen den Marken liegt meist rund ein Liter.

Ölmessstab mit Markierungen MIN und MAX, Ölstand zwischen den MarkenMINMAXÖlstand hier = in OrdnungAbstand MIN → MAX entspricht meist ca. 1 Liter
Der Ölfilm sollte zwischen MIN und MAX enden – idealerweise im oberen Drittel.

Schritt für Schritt

  1. Eben abstellen
    Schon eine leichte Neigung verfälscht das Ergebnis.
  2. Warten
    Nach dem Abstellen 5–10 Minuten warten, bis das Öl in die Ölwanne zurückgelaufen ist (Herstellerangabe beachten).
  3. Messstab ziehen und abwischen
    Meist mit gelbem oder orangem Griff. Mit einem fusselfreien Tuch abwischen.
  4. Erneut einstecken und ablesen
    Ganz hineinstecken, wieder herausziehen, waagrecht halten und den Ölfilm ablesen.
  5. Bei Bedarf nachfüllen
    In kleinen Mengen (0,2–0,3 l), warten, erneut messen.

Autos ohne Ölmessstab

Viele neuere Fahrzeuge, etwa von BMW oder Mercedes, haben keinen Messstab mehr. Der Ölstand wird elektronisch gemessen und im Bordcomputer angezeigt – oft erst nach einer bestimmten Fahrstrecke oder Wartezeit. Folgen Sie der Anleitung im Menü bzw. in der Betriebsanleitung.

Welches Öl nachfüllen?

Das Öl mit der richtigen Herstellerfreigabe – sie steht in der Betriebsanleitung. Im Notfall ist ein anderes Öl gleicher Viskosität besser als ein zu niedriger Ölstand. Hintergründe in Welches Motoröl ist das richtige?

Leuchtet die rote Öldruckleuchte während der Fahrt, sofort sicher anhalten und den Motor abstellen. Fehlender Öldruck zerstört einen Motor innerhalb kurzer Zeit.

Zu viel Öl ist auch schädlich

Liegt der Ölstand deutlich über MAX, kann die Kurbelwelle ins Öl schlagen und es aufschäumen. Die Schmierung leidet, Öl kann in die Ansaugung gelangen und Katalysator sowie Partikelfilter schädigen. Bei deutlichem Überstand lassen Sie das überschüssige Öl absaugen.

Steigt der Ölstand bei einem Diesel von selbst, kann Kraftstoff ins Öl gelangen – häufig durch abgebrochene Partikelfilter-Regenerationen bei Kurzstrecke. Mehr dazu: Dieselpartikelfilter.

Wie viel Ölverbrauch ist normal?

Ein gewisser Verbrauch ist normal, besonders bei Turbomotoren und sportlicher Fahrweise. Hersteller nennen oft Werte bis zu einem halben Liter pro 1.000 km als zulässig – in der Praxis verbrauchen gesunde Motoren deutlich weniger. Wenn Sie regelmäßig nachfüllen müssen, sollte die Ursache geprüft werden: Leck, Turbolader, Ventilschaftdichtungen oder Kolbenringe. Blaues Abgas ist dabei ein wichtiger Hinweis – siehe Rauch aus dem Auspuff.

Was die Farbe und Konsistenz des Öls verraten

BeobachtungMögliche Bedeutung
Goldgelb bis hellbraunFrisches Öl (Benziner)
SchwarzNormal beim Diesel – Öl bindet Ruß
Milchig, hellbraun, schaumigWasser oder Kühlmittel im Öl – prüfen lassen
Riecht stark nach KraftstoffKraftstoffeintrag – Kurzstrecke, abgebrochene DPF-Regenerationen
Metallische PartikelVerschleiß im Motor – Diagnose

Der Ölwechsel selbst – was dazugehört

Ein Ölwechsel ist mehr als „altes raus, neues rein". Dazu gehören ein neuer Ölfilter, eine neue Dichtung bzw. Dichtring an der Ablassschraube, das korrekte Anzugsdrehmoment und das Zurücksetzen der Serviceanzeige. Bei manchen Motoren wird das Öl abgesaugt statt abgelassen. Und: Altöl ist Sondermüll und muss fachgerecht entsorgt werden.

Wann der Ölstand besonders wichtig ist

  • Vor langen Autobahnfahrten und Urlaubsreisen
  • Bei Turbomotoren und sportlicher Fahrweise
  • Bei älteren Motoren mit bekanntem Ölverbrauch
  • Nach einer Reparatur am Motor
  • Wenn sich Geräusche oder Ölgeruch verändern

Die Öldruck-Warnung ernst nehmen

Die rote Ölkanne im Cockpit warnt vor zu geringem Öldruck – nicht vor zu wenig Öl im Allgemeinen. Fehlender Druck bedeutet, dass Lager und Turbolader nicht mehr geschmiert werden. Ein paar Kilometer können reichen, um einen Motor schwer zu schädigen. Eine gelbe Ölkanne bzw. Meldung „Ölstand prüfen" bedeutet dagegen meist zu niedrigen Füllstand – nachfüllen und beobachten.

Ihr Auto braucht auffällig viel Öl? Termine und Fragen gerne telefonisch unter +43 660 817 43 43 – ÖZA KFZ-Fachbetrieb, Bayerhamerstraße 22b, 5020 Salzburg.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich den Ölstand prüfen?

Etwa alle 1.000 bis 2.000 km und vor längeren Fahrten – bei älteren Autos und Turbomotoren lieber öfter.

Wird der Ölstand bei warmem oder kaltem Motor geprüft?

Meist bei betriebswarmem Motor, fünf bis zehn Minuten nach dem Abstellen. Maßgeblich ist die Angabe des Herstellers.

Ist zu viel Öl schädlich?

Ja. Deutlich über MAX kann das Öl aufschäumen und Motor, Katalysator oder Partikelfilter schädigen.

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