Pickerl

Die 10 häufigsten Gründe, warum Autos beim Pickerl durchfallen

Licht, Bremsen, Reifen, Rost: Diese zehn Mängel führen am häufigsten zu einem negativen Gutachten – und so prüfen Sie viele davon in zehn Minuten selbst.

Kein Autofahrer hört gern „Leider kein Pickerl". Die gute Nachricht: Die meisten Gründe für ein negatives Gutachten sind keine Überraschung, sondern Verschleiß, den man früh erkennt. Aus unserer Erfahrung in der Werkstatt sind das die zehn Klassiker.

Kurz gesagt

Am häufigsten scheitert das Pickerl an Beleuchtung, Bremsen, Reifen, Fahrwerk und Rost. Viele dieser Punkte – Licht, Reifenprofil, Warnleuchten, Scheiben – können Sie vorab in zehn Minuten selbst prüfen.

1. Beleuchtung

Eine defekte Kennzeichenleuchte, ein durchgebranntes Bremslicht oder falsch eingestellte Scheinwerfer – Licht ist der Spitzenreiter. Lassen Sie jemanden hinter dem Auto stehen, während Sie bremsen, blinken und den Rückwärtsgang einlegen. Zur Einstellung lesen Sie Scheinwerfer einstellen.

2. Bremsen

Ungleichmäßige Bremswirkung links/rechts, verschlissene Beläge, riefige Scheiben oder eine schwache Handbremse fallen am Bremsenprüfstand sofort auf. Mehr dazu: Bremsbeläge und Bremsscheiben.

3. Reifen

Zu wenig Profil, Risse in der Flanke, Beulen oder unterschiedliche Reifen auf einer Achse sind schwere Mängel. Wie Sie das Profil messen, zeigt unser Ratgeber Profiltiefe.

4. Fahrwerk und Lenkung

Ausgeschlagene Traggelenke, Spurstangenköpfe oder Querlenkerlager machen sich oft durch Poltern über Bodenwellen bemerkbar. Undichte Stoßdämpfer erkennt man an einem öligen Film.

5. Rost an tragenden Teilen

Oberflächenrost ist kein Drama. Durchrostungen an Schwellern, Längsträgern oder Federaufnahmen dagegen schon – gerade bei älteren Fahrzeugen, die viele Salzburger Winter hinter sich haben. Vorbeugen hilft: Streusalz und Rost.

6. Ölverlust

Ölfeuchte ist ein leichter Mangel, tropfender Ölverlust ein schwerer. Ein Fleck in der Garage ist ein guter Hinweis – welche Flüssigkeit es ist, erklärt Fleck unter dem Auto.

7. Abgasanlage und Emissionen

Undichte Auspuffanlagen, ein ausgeräumter Partikelfilter oder zu hohe Abgaswerte führen zu einem negativen Gutachten. Leuchtet die Motorkontrollleuchte, ist der Ärger vorprogrammiert.

8. Warnleuchten im Cockpit

Airbag-, ABS- oder Motorkontrollleuchte dürfen nach dem Start nicht dauerhaft leuchten. Eine Fehlerspeicher-Diagnose vor dem Pickerl klärt die Ursache.

9. Windschutzscheibe und Wischer

Steinschläge oder Risse im Sichtfeld des Fahrers sowie verschlissene Wischerblätter sind typische Beanstandungen. Kleine Steinschläge lassen sich oft reparieren, bevor ein Riss entsteht.

10. Fehlende oder defekte Ausrüstung

Hupe, Gurte, Sitzverstellung, Spiegel – auch scheinbare Kleinigkeiten werden geprüft. Und: Warndreieck, Verbandszeug und Warnweste gehören ins Auto, auch wenn sie nicht jeder Prüfer im Detail kontrolliert.

Der 10-Minuten-Selbstcheck vor dem Pickerl

  • Alle Lichter inkl. Kennzeichen-, Brems- und Nebelschlussleuchte
  • Reifenprofil und Reifenflanken
  • Keine Warnleuchten nach dem Start
  • Hupe, Wischer und Scheibenwaschanlage
  • Windschutzscheibe ohne Risse im Sichtfeld
  • Kein frischer Fleck unter dem geparkten Auto
  • Handbremse hält am Hang
  • Gurte rollen sauber auf und rasten ein

Den Rest – Bremsen am Prüfstand, Fahrwerk auf der Hebebühne, Abgaswerte – übernehmen wir beim Vorab-Check zum §57a-Pickerl.

Warum ältere Autos öfter durchfallen

Ab dem dritten Pickerl kommt ein Pkw jedes Jahr zur Begutachtung – und mit dem Alter steigt die Zahl der Verschleißteile, die gleichzeitig ans Ende kommen. Besonders bei Fahrzeugen über zehn Jahre sehen wir häufig eine Kombination aus Rost, ausgeschlagenen Fahrwerkslagern und Undichtigkeiten. Das ist kein Grund zur Sorge, sondern ein Grund für einen regelmäßigen Blick auf die Hebebühne – etwa beim Reifenwechsel.

Was der Prüfer konkret testet

PrüfbereichWie geprüft wird
BremsenRollenbremsprüfstand: Bremskraft je Rad, Differenz links/rechts, Handbremse
FahrwerkGelenkspieltester auf der Grube oder Hebebühne
LichtScheinwerfereinstellgerät, Funktion aller Leuchten
AbgasAbgasmessung bzw. Auslesen der On-Board-Diagnose
KarosserieSichtprüfung auf Durchrostung, scharfe Kanten
IdentifikationFahrgestellnummer, Kennzeichen, Typenschild

Umbauten und Zubehör

Ein häufig übersehener Grund für ein negatives Gutachten sind nicht genehmigte Änderungen: Tieferlegungen ohne Nachweis, Felgen-Reifen-Kombinationen, die nicht im Zulassungsschein bzw. in den Genehmigungsunterlagen stehen, nachgerüstete Lampen ohne Genehmigung oder verdunkelte Scheiben. Haben Sie für Umbauten Gutachten oder Teilegenehmigungen, nehmen Sie diese zur Begutachtung mit.

Abgeklebte Kennzeichen, Tönungsfolien an der Windschutzscheibe oder nicht genehmigte LED-Umrüstungen führen regelmäßig zu Diskussionen. Im Zweifel vorher fragen.

Und wenn es doch passiert?

Ein negatives Gutachten ist kein Drama. Wichtig ist, die Frist bei schweren Mängeln im Blick zu behalten und die Reparatur zügig zu planen. Bringen Sie das Gutachten mit – wir sagen Ihnen, was notwendig ist, was empfehlenswert ist und was warten kann.

Lieber vorher wissen als nachher ärgern. Termine und Fragen gerne telefonisch unter +43 660 817 43 43 – ÖZA KFZ-Fachbetrieb, Bayerhamerstraße 22b, 5020 Salzburg.

Häufige Fragen

Was ist der häufigste Grund, beim Pickerl durchzufallen?

In der Praxis sind es Mängel an Beleuchtung, Bremsen und Reifen – also typische Verschleißteile.

Fällt man mit leuchtender Motorkontrollleuchte durch?

Eine dauerhaft leuchtende Motorkontrollleuchte führt in der Regel zu einem Mangel, weil die Abgasreinigung nicht ordnungsgemäß überwacht werden kann. Lassen Sie den Fehlerspeicher vorher auslesen.

Kann ich vor dem Pickerl einen Check machen lassen?

Ja. Bei uns gibt es vor der Begutachtung einen Vorab-Check, damit kleine Mängel nicht zur Nachprüfung werden.

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